„Alles neu macht der Mai“ – so heisst es doch so schön.
Der Frühling ist eine herrliche Jahreszeit. Die Natur erwacht, alles, was über den Winter braun und kahl war, ergrünt in voller Pracht. Blumen spriessen in allen Farben und Düften. Es ist die Zeit neuer Energie und neuer Lebensfreude.
Diese Lebensenergie lockt auch viele Velofahrende wieder nach draussen. Was gibt es Schöneres, als durch Felder, Wiesen und Wälder zu radeln? Doch der Mai bringt nicht nur Schönheit mit sich, sondern auch eine etwas weniger erfreuliche Begleiterscheinung: Blütenstaub.
Sie kennen es bestimmt. Am Abend sitzt man noch gemütlich auf dem Balkon oder der Terrasse, und am nächsten Morgen scheint es, als hätten die Nachbarn sich ein Scherz erlaubt und über Nacht die Gartenmöbel gelb angemalt. Eine feine Schicht Blütenstaub liegt auf der Gartenlounge, und selbst die schwarze Familienkatze trägt plötzlich einen goldenen Schimmer. Wer danach nicht aussehen möchte wie eine Hummel auf Abwegen, sollte besser erst einmal zum Lappen greifen.
Das Velo im Pollenmantel
Besonders sichtbar wird der Blütenstaub auf dem Velo. Man fährt morgens friedlich zur Arbeit oder zum Zahnarzt, stellt das Fahrrad ab und kehrt kurze Zeit später zurück. Der Velosattel sieht inzwischen aus wie ein lange vernachlässigter Dachboden: dick mit gelbem Staub bedeckt. Kommt noch Regen dazu, klebt die ganze Pollenpampe am Rahmen. Wirklich erfreulich ist das nicht.
Neulich versuchte ich, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Ich stellte mir vor, es wäre gar kein Blütenstaub, sondern Goldstaub, der durch die Luft wirbelt. Was für eine Vorstellung: Plötzlich wären wir alle reich und würden den Staub eifrig sammeln, statt ihn genervt wegzuwischen.
Natürlich ist das reine Augenwischerei. Aber vielleicht hilft dieser Gedanke ja ein wenig, wenn Sie das nächste Mal Ihr Velo putzen müssen. Der Frühling bringt schliesslich seinen ganz eigenen Reichtum mit sich – auch wenn wir dabei wohl keine Goldnuggets finden werden.