Home Beiträge online Kolumne Ist Velofahren ein Privileg?

Ist Velofahren ein Privileg?

Zwei Räder, unzählige Möglichkeiten. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, wie viel Freiheit uns das Velofahren jeden Tag schenkt.

Teilen:

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was für ein Privileg es ist, in unseren Breitengraden einfach aufs Velo zu steigen und loszufahren – ganz selbstverständlich

Stellen Sie sich die Inuit im ewigen Eis vor. Da gestaltet sich Velofahren wesentlich herausfordernder. Zumindest ist es wohl nur an wenigen Tagen pro Jahr oder mit Montage von Spikes möglich. Oder Menschen, die in der Wüste leben oder an Orten, wo es keine richtigen Strassen gibt. Wo es steinig und holprig ist und man sich alle 5 Meter einen Plattfuss einfängt. Und trotzdem wird auch in diesen Ländern Velo gefahren, auch wenn es oft beschwerlich ist. Das Velo ist oft das einzige Fortbewegungsmittel. Es ermöglicht den Menschen grosse Distanzen zu überwinden, Kontakte zu pflegen oder Dinge zu transportieren. Manchmal geht es sogar damit ins Krankenhaus zur Geburt eines Kindes. Und meistens ohne elektrische Pedalierhilfe!

Zwei Räder viele Möglichkeiten

Aber nun zurück zu uns: Vielleicht ändert das Ihren Blick aufs Velofahren, zumindest ein wenig. Auch wenn wir noch lange nicht am Ziel sind und die Veloinfrastruktur noch viel Luft nach oben hat, sind die Voraussetzungen um Welten besser. Hoffentlich ermutigt das noch viel mehr Menschen dazu, das Velo neu zu betrachten. Klar, hier in der Schweiz ist es je nach Region ziemlich hügelig, aber dafür gibt es heute E-Bikes. Der elektrische Rückenwind ist mittlerweile in allen Preisklassen und somit auch für kleinere Budgets erschwinglich.

Gründe die gegen die Nutzung des Velos sprechen gibt es immer. Erinnern wir uns doch an die vielen guten Gründe dem Velo den Vortritt zu geben. Machen Sie mit sich selbst aus, wo Ihre Grenzen liegen. Innerhalb dieser, wird konsequent das Velo eingesetzt, z.B. in meinem Fall zum Volg oder zum Bäcker. Und plötzlich wird es zur Routine und der Radius vergrössert sich schrittweise fast automatisch.

Also denken Sie daran, wenn Ihnen das nächste Mal der Bus vor der Nase wegfährt. Mit dem Velo, wäre Ihnen das nicht passiert. Fast überall in der Schweiz kann man gleich vor der Haustür mit dem Velo losradeln – was für ein Privileg!

4 weitere stories