Freiheit

Das meistgenannte Wort in Velogeschichten ist «Freiheit». Die Gleichung scheint denkbar simpel: Velofahren = Freiheit. Da muss was dran sein.

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Schon Reinhard Mey wusste es: «Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein», sang er. In meinen Interviews für die Velogeschichten frage ich oft: «Welche drei Worte beschreiben für dich das Velofahren?» oder: «Was bedeutet Velofahren für dich in einem Satz?» In über 95 Prozent der Antworten fällt ein Wort: «Freiheit».

Doch was ist sie eigentlich, diese Freiheit auf dem Velo? Sie ist ganz und gar irdisch – nicht über den Wolken, sondern auf Strassen, Wegen, durch Städte, Felder, Wälder. Und doch spüren sie so viele, so deutlich, dass sie fast immer als Erstes genannt wird.

Es ist die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin du fährst, wann du anhältst, wen du triffst und was du siehst. Du bist unabhängig, nicht an Fahrpläne gebunden oder von Staus fremdbestimmt. Du bewegst dich aus eigener Kraft. Und du spürst den Wind im Gesicht, riechst blühenden Raps, Flieder, dampfenden Asphalt nach einem Sommerregen, feuchte Blätter und Erde im Herbst und im Winter den Schnee, noch bevor er fällt.

Nähe zur Umgebung dank Freiheit

Diese Freiheit schafft Nähe – zur Umgebung, zur Natur, zur Stadt. Wer mit dem Velo unterwegs ist, taucht ein, spürt den «Groove» eines Ortes, erlebt ihn mit allen Sinnen. Es ist Entschleunigung und gleichzeitig ein Weiterkommen. Ein sich Fortbewegen ohne Lärm, ohne Hektik und ohne Filter – direkt, lebendig, gegenwärtig.

Natürlich endet die eigene Freiheit dort, wo sie mit der anderer kollidiert. Doch innerhalb dieses Rahmens lässt sich mit dem Velo erstaunlich weit kommen, körperlich wie geistig. Du entdeckst neue Wege, neue Perspektiven manchmal auch neue Gedanken, sogar Geschäftsideen werden nicht selten auf dem Velosattel geboren.

Und vielleicht liegt genau darin das Geheimnis: Freiheit auf zwei Rädern ist mehr als nur ein Gefühl. Sie ist ein kleiner, fast schon rebellischer Akt der Selbstbestimmung!

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