Gehören Sie am Morgen eher zu den Menschen, die etwas Anlaufzeit brauchen und sich nicht sofort in Menschenmassen stürzen mögen? Sind Sie eher schweigsam und noch nicht bereit, jedem Redeschwall standzuhalten? Dann ist das Pendeln mit dem Velo genau das Richtige für Sie.
Sie umgehen so die Gefahr, Virenschleudern zu begegnen. Und Sie müssen keine Gespräche von Jugendlichen mithören, bei denen jedes zweite Wort «Bro» oder «Fair» ist. Besonders gehaltvoll sind diese Unterhaltungen selten. Verpassen tun Sie also nichts. Dies wird mir so richtig bewusst, während ich hier im Zug ins Welschland sitze und froh wäre, wenn ich mich nicht auch noch ins Abteil hätte zwängen müssen.
Auf dem Velosattel können Sie entspannen. Sie müssen keine Fragen beantworten, nicht so tun, als wären Sie gut gelaunt. Sie können einfach für sich sein und den Tag erwachen lassen – und sich einstimmen, auf das, was da kommen mag.
Dazu haben Sie immer einen Sitzplatz. Im ÖV ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich sage Ihnen, von Bern bis in den tiefen Aargau zu stehen, ist im Feierabendwahnsinn nicht empfehlenswert. Auch die Nase freut sich: An heissen Sommertagen, wenn alle die „72-Stunden“-Angabe auf ihren Deos für bare Münze nehmen, ist es im Zug oder Tram oft kein Vergnügen. Atmen Sie lieber frisches Gras, Landluft, Blumen oder nassen Asphalt ein. Das ist gesünder, entspannender und erst noch umweltfreundlich. Danach sind Sie hellwach, erfrischt und bereit für die Herausforderungen des Tages.
Also: Schwingen Sie sich aufs Velo und radeln Sie los! OK gut, wenn Sie gerade nach Lausanne oder Chiasso müssen, brauchen Sie sehr flinke Beine, um rechtzeitig anzukommen 😅. Aber sonst ist Velofahren ein Alleskönner – besonders für Menschen, die am Morgen noch etwas Zeit für sich brauchen…
Probieren Sie es aus – es lohnt sich! Wann pendalieren Sie los?