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Das Sprechen vor der Kamera

Für Cornelia ist die Selbstverständlichkeit, mit der sich manche Hauptfiguren vor der Kameralinse präsentieren, jedes Mal eine kleine Überraschung.

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Unsere Protagonistinnen und Protagonisten verblüffen mich stets aufs Neue. Zwar hat kaum jemand unserer velofahrenden Hauptpersonen Erfahrungen vor der Kamera. Dennoch strahlen sie, flirten mit der Kameralinse und fahren in einer Selbstverständlichkeit betont lässig von links nach rechts und dann wieder zurück.

Für Viele ist die grösste Herausforderung das Statement, sich persönlich vorzustellen. Ich stehe dabei jeweils als Referenzpunkt neben der Kamera. So können die Erzählenden zu mir schauen und müssen nicht direkt ins Kameraobjektiv reden. Das wirkt am Schluss natürlicher. Einige geben sich die grösste Mühe, alles Wort für Wort aufzusagen. Natürlich sind sie sehr erleichtert, wenn sie dann hören, dass dies gar nicht nötig ist.

Das Schöne am Videomaterial ist ja, dass man es schneiden kann. Das heisst, man zeichnet einfach mehrere Takes auf und wählt dann die besten Ausschnitte. Dann schneidet man das Material so zusammen, dass es am Schluss wie aus einem Guss kommt. Wenn das gelingt, ist das der grosse Verdienst unserer kreativen Kameraleute.

Wie ungeschliffene «Rohdiamanten»

In meinen Augen gibt es einige Naturtalente, die sich so locker vor der Kamera geben. Vor allem aber sind sie eines, diese Velomenschen, schrecklich unkompliziert und authentisch. Stets gut gelaunt, fröhlich und unverkrampft sprechen sie über sich und ihre Leidenschaft für das Velofahren. Natürlich gibt es auch mal Patzer, Versprecher oder komische Momente – schlicht grossartige Outtakes! Doch genau das macht diese Menschen umso nahbarer und jedes Velo-Geschichten-Shooting zu einem einzigartigen Erlebnis.

Für mich ist es unglaublich spannend und bereichernd, diese ungeschliffenen Diamanten zu erleben. Für einige Momente darf ich in ihre Lebensgeschichten eintauchen und versuchen, diese in meinen Texten erlebbar zu machen. In der Velowelt ist fast nichts unmöglich. Oft gingen diese Velomenschen auch körperlich an ihre Grenzen, was mich immer wieder tief beeindruckt. Sie haben tatsächlich viel zu erzählen und man hört Ihnen gerne zu.

Darum hege ich grosse Bewunderung für diese Menschen, die uns offenherzig ihre Velo-Geschichten anvertrauen. Ich bin nur jedes Mal heilfroh, dass ich auf der anderen Seite der Kameralinse stehen darf.

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